Gleitschirm Tandemflug mit Petra vom Osterfelder in Garmisch-Partenkirchen

Gleitschirm Start am Hausberg - Die Aufziehphase
Landung mit Passagier am Osterfelder Landeplatz
Im Tandem vor der Alpspitze als Photomontage. Das Logo von Air-Glide.de
Der Start am Osterfelder

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Gleitschirm-Tandemflug vom Osterfelder/Garmisch- Part.

Die Idee einen Tandemflug mit einem Gleitschirm zu wagen kam mir, als ich während meines Winterurlaubs an einem sonnigen Januartag mit der Bergbahn den Laber in Oberammergau hinauffuhr und dort mehreren Gleitschirmfliegern beim Starten zuschauen konnte.
An der Talstation der Bergbahn lagen Flyer vom Stefan aus, der die Möglichkeit der Tandemflüge anbot. Ich nahm mir einen mit nach Hause und sah mir zunächst einmal die Homepage von Air-Glide im Internet an. Grosses Lob an Stefan: diese ist sehr gut aufgebaut und nachdem ich mir alles genau angesehen hatte und meine letzten Zweifel beseitigt waren, ließ mich der Gedanke nicht mehr los, es selber auszuprobieren.
Nachdem mein nächster Bayernurlaub feststand, nahm ich sofort Kontakt mit Stefan auf um einen Termin zu vereinbaren. Wir einigten uns auf den Karfreitag und ich konnte es kaum erwarten bis es soweit war. Meine einzigste Sorge galt dem Wetter und ich hoffte das es mitspielen würde.
Als es endlich soweit war und ich zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt erschien, hatte ich fest damit gerechnet das es klappen würde, weil das Wetter eigentlich recht gut war. Wie ich jedoch erfahren musste, waren die Bedingungen zum Fliegen jedoch alles andere als gut. Stefan der vor mir noch einen anderen Flug geplant hatte, musste diesen leider absagen, da oben auf dem Berg Rückenwind vorherrschte, beim dem ein Start aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist. So musste auch mein Flug ausfallen. Meine Enttäuschung war riesengroß.
Wir vereinbarten einen neuen Termin für den Ostermontag, der auch gleichzeitig meine letzte Chance war, da an den Tagen danach alle Bergbahnen wegen der bevorstehenden Revision den Betrieb einstellen würden. Ich hatte schon die Befürchtung das ich ohne Flug wieder nach Hause fahren müsste, da die Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht gerade positiv war.
Beim Blick aus dem Fenster am Montagmorgen schienen sich meine Befürchtungen zu bestätigen. Das Wetter war eher "durchwachsen". Dicke Regenwolken zeigten sich in der Ferne und ich glaubte nicht mehr daran das wir fliegen könnten. In den folgenden Stunden änderte sich das Wetter jedoch nicht und so machte ich mich dennoch mit einem Fünkchen Hoffnung wieder auf dem Weg zum Treffpunkt.
Stefan unternahm bereits einen Flug mit einem Freund. Außerdem waren noch einige andere Solo- und Tandemflieger vor Ort. Ich bekam wieder Zuversicht doch fluchte ich innerlich über das Wetter da es sich jetzt immer mehr zuzog und ich jeden Augenblick mit Regen rechnete.
Plötzlich änderte sich auch die Windrichtung im Tal was wiederum auf Rückenwind am Startplatz schließen ließ und der Wind nahm spürbar zu.
Dennoch machten sich andere Gleitschirmflieger auf dem Weg nach oben und Stefan fragte mich, ob wir es trotz der schlechten Aussichten auch probieren sollten. Im ungünstigsten Fall, müßten wir halt einfach mit der Bergbahn wieder ins Tal fahren. Da ich mich meiner letzten Gelegenheit nicht einfach kampflos geschlagen geben wollte, stimmte ich der Bergfahrt zu.
Oben angekommen zeigten sich die Bedingungen zuerst besser als erwartet. Es war fast windstill aber zum Glück kein Rückenwind. Die ersten Gleitschirmflieger bereiteten sich vor und flogen mit mehr oder weniger gelungenem Start los. Währenddessen machte ich mit Stefan wenige Meter entfernt ein paar Trockenübungen für den Start. In der Einweisung wies er mich darauf hin wie wichtig es ist, beim Start zu laufen und immer weiter zu laufen; keinesfalls zu früh aufzuhören. Dann war es soweit. Wir zogen uns die Helme auf und die Handschuhe an und wollten los. Da der Starthang noch komplett zugeschneit war, betete ich nicht auszurutschen und mich der Länge nach hinzulegen. Doch dann kam alles ganz anders. Urplötzlich fing es an leicht zu schneien und machte einen Start unmöglich. Wir begannen den Schirm wieder einzupacken, da er wenn er nass werden würde, schlechter zu starten sei. Meine Enttäuschung war riesengroß. Aber klar: Sicherheit geht vor.
Dann geschah das Wunder und es hörte wieder auf zu schneien. Stefan wollte es doch noch mal probieren. Wir gingen also wieder zurück. Stefan begann erneut den Schirm auszupacken und zurechtzulegen. Kaum fertig, fing es wieder an ganz leicht zu schneien. Es war wie verhext. Doch dann kaum auch etwas Wind auf. Gegenwind! Genau richtig für den Start. Stefan checkte noch einmal die Lage und entschied sich dann, gerade wegen des einsetzenden Aufwindes zu starten. Ich jubelte innerlich. Wir machten uns startklar; Stefan befestigte die Gurte, wartete einen günstigen Augenblick ab, zählte bis drei .... und dann ging es tatsächlich los. Ich rannte los, wie er es mir vorher beigebracht hatte und ließ mich auch durch den Widerstand den der Schirm bot, nicht stoppen. Ehe ich es überhaupt richtig begreifen konnte waren wir schon in der Luft. Und es war einfach irre. Das Feeling ist einfach unbeschreiblich und mit nichts zu vergleichen. Man muß es einfach selbst erlebt haben. Es war einfach nur phantastisch. Anders und viel besser als ich gedacht hatte. Nichts was ich vorher bereits unternommen hatte, wie z.B. eine Ballonfahrt, kommt auch nur annähernd an das Erlebnis Gleitschirmfliegen heran. Nur das zeitweise Ruckeln bei z.B.aufkommender Thermik ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Nach kurzer Zeit kam sogar die Sonne hervor. Der Ausblick von oben in das Tal und die umliegenden Berge war traumhaft schön. Stefan zeigte mir einige Gebäude und Seen und aus seinen Schilderungen war mir klar das er mit Leib und Seele leidenschaftlicher Gleitschirmflieger ist. Nach etwas mehr als 20 Minuten war der Flug leider schon zu Ende weil das Wetter eben nicht optimal war. Dabei hätte es noch stundenlang weitergehen können. Man sitzt auch erstaunlich bequem in dem zum Sitz umgewandelten Rucksack der Gleitschirmausrüstung. Beim Landen hieß es wieder laufen,laufen,laufen. Ich hoffte, alles richtig zu machen damit wir auch auf den Beinen landen und uns nicht ins Gras setzen mussten. Doch es war eigentlich kinderleicht. Stefan legte eine butterweiche Landung hin. Es ging völlig problemlos.
Noch etwas benommen von den Eindrücken meines ersten Fluges beschloss ich sofort das dieses nicht mein letzter Flug gewesen sein sollte. Das Gleitschirmfieber hat mich gepackt.
Für mich steht fest das ich auf jeden Fall bald wieder einen Flug machen und meine Urlaubsplanungen entsprechen ausrichten werde. Natürlich wieder mit Stefan, denn einen besseren Tandempiloten kann es nicht geben!

Petra B.

Anmerkung von Stefan Muth:

Petras Lob freut mich sehr und bestätigt mir meine Philosophie, dass ein jeder Passagier, wenn er denn geflogen ist, rundum zufrieden sein sollte. Auch wenn wir einmal einen kürzeren Flug hatten, so versuche ich denoch hinterher, dass ein jeder gerne wieder kommt. Der Versuch, für alle Passagiere möglichst lange Flüge anzubieten, wird meines Wissens , wenn überhaupt, nur von sehr wenigen Tandempiloten angeboten. Allerdings kann auch ich nicht zaubern und die entsprechenden Wetterverhältnisse wie Jahreszeit und Thermik müssen gegeben sein.



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