Erlebnisbericht von Martina Kuhnert über unseren Tandemflug am Hausberg

Gleitschirm Start am Hausberg - Die Aufziehphase
Landung mit Passagier am Osterfelder Landeplatz
Im Tandem vor der Alpspitze als Photomontage. Das Logo von Air-Glide.de
Der Start am Osterfelder

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Gleitschirm-Tandemflug vom Hausberg/Garmisch- Partenkirchen

Mein Mann hatte mir zum Geburtstag einen Gutschein für einen Tandemflug geschenkt. Ich war sofort begeistert, da ich derartige Flüge schon oft beobachtet hatte und es einfach selbst einmal ausprobieren wollte.

Unseren Sommerurlaub verbrachten wir in diesem Jahr am Walchensee unweit von Garmisch Partenkirchen. In Verkehrsamt Walchensee suchte ich nach entsprechenden Anbietern für Tandemflüge. So stieß ich auf Stefan Muth. Ich rief ihn an, um einen Termin zu vereinbaren. Wir einigten uns schließlich auf den 20.07.2002, mit Treff 15.00 Uhr an der Talstation am Hausberg in GAP. Nun konnte ich nur noch hoffen, dass das Wetter mitspielt, denn fliegen kann man eben nur bei schönem Wetter und den entsprechenden Windverhältnissen, soviel wußte ich immerhin schon. Die Tage zuvor sah es leider nicht so toll aus, doch der Wetterbericht versprach für das Wochenende Kaiserwetter..... und so war es dann auch.

Bei herrlichem Sonnenschein fuhren mein Mann, unsere Tochter, Tanja, und ich am 20.07. vormittags nach GAP, haben dort ein paar schöne Stunden verbracht und waren pünktlich 15.00 Uhr am Hausberg. Bei über 30 Grad quetschte ich mich in meine Jeans und Wanderschuhe und war nun doch langsam etwas aufgeregt. Schon von weiten konnte ich das Auto mit der Air-Glide Werbung von Herrn Muth erkennen. Wir begrüßten uns und durch die lockere Art von Stefan (wir waren sofort beim "Du") viel es nicht schwer sogleich eine angenehme Atmosphäre herzustellen.

Nun ging es los mit schwerem Gepäck in Richtung Bergbahn. Auf dem 1400 m hohem Hausberg angekommen, marschierten wir nochmals einige Minuten bergab zu unserem Startplatz.
Es ging an die Vorbereitungen zum Start. Diese waren kürzer als ich angenommen hatte. Der Schirm wurde ausgebreitet (die Größe war schon verblüffend, in der Luft sieht er viel kleiner aus), die Tragseile wurden geordnet, danach wurde ich "eingekleidet" ("Geschirr", Helm, Handschuhe) und an den Schirm geschnallt. Das Schwierigste war der eigentliche Start. Erstens mußte der Wind passen, damit wir überhaupt gut abheben konnten. Zweitens hatte mein entsprechendes Mitwirken beim Start entscheidenden Einfluß auf ein gutes Gelingen selbigen. Das macht schon nervös.

Zum Glück mußten wir nicht lange auf den richtigen Wind warten. Bereits nach wenigen Minuten Wartezeit ging es los. Auf Stefans Kommando hin mußte ich los rennen und das bergab mit Stefan und dem Schirm im Rücken. Nach wenigen Laufschritten - wie gesagt extrem bergab- dachte ich hinzustürzen. Doch plötzlich spürte ich die Bremse des Gleitschirms im Rücken und dann war er über mir, der Schirm und schon - das ging jetzt alles ganz schnell- machte ich meinen letzten Laufschritt ins Leere. Wir waren abgehoben! Was für ein Gefühl!

Wir stiegen höher und ich konnte es mir auch noch richtig bequem machen, dass heißt, ich saß wie in einem Sessel. Einfach wunderbar! Angst, dass es mir schlecht werden könnte oder wir sogar abstürzen könnten, hatte ich überhaupt nicht. Zu überwältigend war das Panorama, welches sich mir aus der Luft bot. So bemerkte ich zunächst auch kaum das leichte bergauf und bergab sowie das Schaukeln des Schirmes. Ich genoß ganz einfach alles, was sich mir in ca. 1500 m Höhe bot, den Blick ins Tal auf GAP, sowie oben die wundervolle Berglandschaft mit ihren Gletschern und bizarren Formen, den Blick zum Wank bis hin zur Zugspitze. Ich hätte laut jubeln können vor Freude. Die Zeit verging sprichwörtlich wie im Flug.

Durch das leichte Schaukeln des Schirmes und das ständige hoch und runter machte sich mein Magen dann doch nach etwa 20 Minuten bemerkbar. Ich verspürte leichte Übelkeit. Stefan schien das zu ahnen und wir beschlossen langsam zum Landeplatz zu fliegen. Nach 30 Minuten landeten wir weich auf einer grünen Wiese am Osterfelder Landeplatz. Sofort war die Übelkeit verflogen, ich hatte ein tolles Gefühl, war voller Eindrücke und auch stolz auf mich, als Stefan mir die Flugurkunde überreichte.

Dank der kompetenten und sympathischen Art von Stefan Muth sowie dem herrlichen Wetter wurde dieser Flug zu einem ganz großen Erlebnis für mich. Ich werde mich immer gern daran erinnern und kann jedem, der mal Lust aufs Fliegen hat und in dieser Gegend weilt, Stefan Muth als Tandempartner empfehlen.

Martina Kuhnert (Leipzig; 45 Jahre)
(also auch für mittlere Jahrgänge geeignet)




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